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Meine Reise zu Jürgen Fliege nach München
in die Talkshow als Gast
Sendetermin war am Montag, den 26. Juli 2004 in der ARD
Am 21. Juni 2004 klingelte um 9.30 Uhr in meiner Praxis das Telefon. Leider schaffte ich es nicht rechtzeitig an den Apparat zu gehen. Ich hörte nur noch den Anrufbeantworter piepen. Natürlich hörte ich die Nachricht sofort ab und mir stockte der Atem, als ich die Worte der Frau hörte, die mir auf den AB sprach: „Guten Tag, Frau Nietfeld. Hier ist Anja Boromandi von der Redaktion „Fliege“. Sie hatten vor ca. 2 Jahren Ihr Buch zu uns geschickt, deshalb rufe ich Sie an. Bitte melden Sie sich unter der Nummer … bei mir. Aufwiederhören“. Wow, da musste ich mich erstmal setzen. Aufgeregt griff ich nach dem Hörer und wählte zittrig die Nummer dieser Frau aus der Redaktion.

Frau Boromandi war sehr erfreut schon so schnell von mir zu hören. Sie erklärte mir, dass die Redaktion noch jemanden für die Sendung „Verlobungen“ benötigte und sie mich bei ihren Nachforschungen gefunden hätte. Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte mit meinem Mann nach München zu kommen, ich solle mich aber jetzt festhalten, denn die Aufzeichnung wäre schon am Mittwoch um 12.00 Uhr. Ich solle schon mal meinen Mann anrufen und ihn fragen, ob er auch mitkommen möchte. In der Zwischenzeit wolle sie in die Sitzung und ihrer Chefin meine Geschichte vortragen, um sich das Einverständnis für unser Kommen zu holen.

Gesagt – getan! Meinen Mann rief ich in seiner Firma an und er willigte sofort ein. Gegen Mittag des 21. Juni rief Frau Boromandi nochmals an, um mir zu sagen, dass wir den „Zuschlag“ erhalten haben. Die Redakteurin fragte mich regelrecht aus, um noch mehr über mich und meine Geschichte zu erfahren. Wie sich später herausstellte, waren dies schon die Notizen für Jürgen Fliege.

Am Ende des Gespräches teilte Frau Boromandi mir mit, dass die Reiseabteilung des Studios sich noch heute mit mir in Verbindung setzt, um mit mir die Reise nach München in die Bavaria-Filmstudios zu besprechen. Exakt 15 Minuten später klingelte erneut das Telefon und die Reiseabteilung war bereits dran. Man teilte mir mit, dass die Tickets für den Hinflug in Hamburg am Flughafen hinterlegt werden. Am Dienstag, den 22. Juni um 19.55 Uhr ginge unser Flieger.

Mein Mann und ich waren zuvor noch nie geflogen und so war dies für uns die spannendste Angelegenheit vorerst. Doch bevor es richtig losgehen konnte, musste ich am Montag erstmal bis abends spät arbeiten. Am Dienstagvormittag sah es bei uns beiden auch nicht anders aus. Der Zeitdruck war fast unerträglich, denn ich wusste, dass ich noch ein paar Sachen packen musste. Die Reiseleitung schickte mir am Montag nämlich noch eine Mail, in der sie beschrieb, was wir denn aus kameratechnischen Gründen alles nicht anziehen dürften: nichts Weißes, nichts Rotes, nichts Gestreiftes, nichts Kariertes. Tja, da waren sie wieder, meine drei Probleme, denn in meinem Schrank befand sich nur Weißes, Kariertes und Gestreiftes. So hieß es also noch am Dienstagnachmittag die Läden zu stürmen und etwas Neues zum Anziehen zu kaufen. All diese Kleidung packte ich mit Preisschild und eingepackt in Folie in den Koffer und ab ging es nach Hamburg zum Flughafen.

Am Flughafen eingetroffen, packte meinen Mann und mich förmlich das Reisefieber. Trotzdem wir noch niemals zuvor geflogen waren, stellte sich keine Angst vor dem Fliegen ein, so wie ich lange Zeit dachte. Wir betraten das Flugzeug und ab ging es gen München.

Am Flughafen in München angekommen, wurden wir von einem Fahrer der Bavaria-Filmstudios erwartet. Er stand dort mit einem Schild, wo „Fliege“ draufstand und wir folgten ihm zum Auto. Der Fahrer sollte uns in ein Hotel in Grünwald bringen, wo wir die Nacht verbringen sollten – natürlich auch wieder alles auf Kosten des Senders.

Als wir im Hotel ankamen, wurden wir bereits erwartet. Sogar eine Nachricht der Redaktion lag schon für uns vor: „Frau Nietfeld, Sie werden am Mittwoch bereits um 9.15 Uhr von unserem Fahrer abgeholt“. Mein Mann und ich bezogen unser Zimmer und verbrachten eine unruhige Nacht.

Am nächsten Morgen ging es pünktlich um 9.15 Uhr Richtung Bavaria-Filmstudios, wo wir schon freudig erwartet wurden. Man kümmerte sich vom ersten Moment an um uns als wären wir etwas Besonderes, das fand ich ausgesprochen angenehm. Wir teilten mit noch zwei anderen an der Aufzeichnung teilnehmenden Paaren einen Aufenthaltsraum, die uns vom ersten Moment an sehr sympathisch waren. Zu jedem Aufenthaltsraum gehört eine Art Bar (hier links im Bild lehnt sich Herr Fliege gerade dort an) mit Bedienung, wo man bestellen kann, was man will – Getränke, Süßigkeiten und Schnittchen. Eine „Bügelfrau kam und nahm uns unsere eingepackte und noch mit Preisschildern versehene Kleidung mit, um sie aufzubügeln. Inzwischen ging es in die Maske, wo mein Mann und ich knackig braun geschminkt wurden. Wie wir währenddessen erfuhren, war Herr Fliege bereits in anderen Aufenthaltsräumen unterwegs, um Besprechungen mit den Gästen abzuhalten.
Wir waren noch gar nicht lange umgezogen und geschminkt, da kam Herr Fliege auch schon höchstpersönlich zu uns, um die Vorbesprechung durchzuführen. Er kam in ausgebeulter Jeanshose und seine Art war ebenso locker-flockig wie seine Kleidung. Rundum ein sehr sympathischer Mensch! Jeder hatte die Gelegenheit sich kurz mit ihm zu unterhalten. Es ging eigentlich nur um ein erstes Kennen lernen, damit man sich vor der Sendung wenigstens schon einmal gesehen hat.

Als die Besprechung vorbei war, wurden wir ins Studio geführt, um uns zu zeigen, wo wir hinein gehen und wo wir sitzen werden. Danach ging es erstmal wieder in den Aufenthaltsraum und wir warteten dort auf unseren Einsatz. Um kurz nach 12.00 Uhr war es dann endlich so weit. Unsere Namen wurden aufgerufen und wir begaben uns wieder Richtung Studio.

Gleich vorne Am Eingang stand auch schon wieder Jürgen Fliege, der uns freundlich anlächelte. Während die „Bügelfrau“ auf der einen Seite noch an unser aller Kleidung nestelte, die Maskenbildnerin schon wieder mit dem Schwämmchen in unserem Gesicht herumpuderte und ein Mann vom Team uns die Mikrofone anheftete, unterhielt ich mich noch kurz mit Herrn Fliege über meine Praxis. Er fragte mich, wie es denn so läuft, was ich behandle, wen ich so alles behandle und womit. Dann hat er noch kurz meinen Mann etwas aufgezogen, weil er sich angeblich so leicht verloben ließe (meine Mutter und ich planten damals unsere Verlobung allein – ohne meinen Mann!), und dann betraten wir drei gemeinsam das Studio.

Mein Mann und ich sollten von Anfang an im Publikum sitzen und Fliege würde während der Sendung zu mir kommen, um sich neben mir zu setzen. Unsere Mitstreiter würden später hinzukommen und sich dann vorne auf der Bühne platzieren. Ich fand es im Publikum wesentlich schöner, weil wir die gesamte Sendung mitverfolgen konnten. Die meisten anderen Gäste mussten nach ihrem Auftritt die Bühne wieder verlassen und konnten die Sendung nur am Fernsehschirm beobachten, der kurz vor dem Bühneneingang stand.

Die Aufzeichnung ging noch lange nicht los, denn Herr Fliege redete noch sehr ausführlich mit seinem Publikum und setzte sich hier und da mal hin, um zu plaudern. Er erklärte den gesamten Ablauf der Aufzeichnung; ja sogar bis zu den Notausgängen erklärte er alles selbst. Es gab also keinen „lustigen Vorturner“ so wie z.B. bei Sat1 (wir waren schon einmal zur Talkshow „Britt“ eingeladen, kamen aber leider nicht dran, weil die Sendezeit zu knapp war), sondern diese Aufgaben übernahm Herr Fliege selbst. Wir sollten noch ein wenig das laute Klatschen üben und dann ging es auch schon los.

Die Uhr im Studio fing an von 1.00 Stunde an rückwärts zu laufen. Daran konnte man immer sehen, wie lange die Sendung noch dauert. Fliege stand auf seiner Markierung am Boden und moderierte die Sendung an. Auf dem Teleprompter unter der Kamera sah er genau die Namen der Gäste, die als nächstes aufgerufen werden sollten.

Ungefähr in der Mitte der Sendung kam Herr Fliege zu uns herüber und setzte sich neben mir hin, wie zuvor besprochen. Er stellte mir und meinem Mann ein paar Fragen und das war es eigentlich auch schon. Vielleicht waren es 5 oder 6 Minuten. Genau kann ich es nicht mehr sagen, denn ich war wirklich hochkonzentriert bei der Sache. Dann war es auch schon vorbei und Fliege wandte sich einem anderen Paar zu. Trotzdem ich nicht sonderlich aufgeregt war, bekam ich dennoch nicht viel vom Verlauf der Aufzeichnung mit. Meine Gedanken waren immer ganz woanders, denn ich wollte nach der Aufzeichnung noch ein paar Fotos mit Pastor Fliege machen, das war mir sehr wichtig.

Nach ca. 1 Stunde und 7 Minuten war der ganze Zauber schon vorbei. Herr Fliege teilte dem Publikum mit, dass er jetzt in der Pause bis zur nächsten Aufzeichnung (an diesem Tag gab es drei davon) vor die Studiotür gehen wird, damit jeder noch ein Autogramm, Fotos und ähnliches bekommen kann. Auch sagte er, dass dort noch Gelegenheit wäre, ihn anzusprechen. Doch vorher bat er die Zuschauer hinter uns, doch für einen Augenblick die Bank hinter uns zu verlassen, damit er sich dort niederlassen könne, um die vier Trailer (Ansagen) für die kommenden Sendungen zu sprechen, die auch noch schnell aufgezeichnet werden sollten. Dies erledigte er professionell in Windeseile und begab sich danach an mir vorbei Richtung Ausgang.

Augenblick „schnappte“ ich ihn mir, um ihn nach Fotos mit mir zu fragen, die ich gerne auf meine Homepage setzen möchte. Wortlos nahm er mich an die Hand und wir schlenderten Händchen haltend durch das Studio direkt auf die Bühne, wo er dann nach der Studiofotografin rief. Während wir dort so standen und warteten, redeten wir noch so über die Heilpraktikerprüfung und wie schwer sie denn heutzutage so ist. Auch über die hohen Ausbildungskosten war er genauestens im Bilde. Ich war verwundert, wie gut er sich auskannte. Na ja, als Ehrenheilpraktiker sollte er wohl Bescheid wissen, dachte ich später noch. Unser Berufszweig gehört zu seinen Lieblingen, das wusste ich. Tja, so standen wir da nun und wurden etliche Male „geknipst“. Als wir damit durch waren, lief Herr Fliege sofort gen Ausgang, um zu seinem Publikum nach draußen zu gehen.

Ich stand noch eine Weile mit der Fotografin dort und sie zeigte mir die eben gemachten Fotos auf der Digitalkamera. Meinen Mann hatte ich zu der Zeit schon lange verloren. Ihn fand ich später in unserem Aufenthaltsraum wieder, dort besprach er mit der Redakteurin noch ein paar Details wegen dem Rückflug und dem Zuschicken der Fotos, Sendetermin etc. Ich habe mich verdrückt und bin wieder hinaus zu Herrn Fliege und einem anderen Ehepaar, welche mit uns zusammen angereist waren. Sie standen alle gemeinsam vor dem Studioeingang und wir klönten alle zusammen noch ein wenig
Irgendwann zog Herr Fliege seine Jacke aus und rannte einfach davon. Nun gab es für mich nichts mehr zu sehen und ich begab mich zu meinem Mann in den Aufenthaltsraum. Dort herrschte ein reges Treiben, denn es schienen sich alle in unserem Raum versammelt zu haben. Wir mussten auf unseren Fahrer warten, der uns gegen 14.15 Uhr abholen sollte, um uns zum Flughafen nach München zu bringen. Die Zeit wollte ich noch schnell nutzen, denn ich hatte auf der Karte des Geländes gelesen, dass sich der „Marienhof“ (Serie in der ARD) hier ganz in der Nähe befindet. Wir ließen uns von unserer „Bardame“ erzählen, wie man dort hinfindet. Es war wirklich gleich gegenüber und wir rannten sofort los. Wie die Frau am Tresen uns erzählte, wäre es jetzt in der Mittagspause gerade günstig einen der Schauspieler zu treffen, weil sie ihr eigenes Bistro genau auf der anderen Seite unseres Studios hatten und dort würden sie immer zu Mittag essen.
Als wir die Straße überqueren wollten, kam uns schon die erste Schauspielerin in ihrem dicken BMW entgegen. Von weitem sah ich schon einen anderen Schauspieler vor dem Bistro sitzen und ging sofort zu ihm. Auf meine Frage hin, ob er Lust hätte sich mit mir fotografieren zu lassen, reagierte er sofort, sprang auf und nahm mich in den Arm, damit mein Mann uns knipsen konnte. Danach verschwand er sofort wieder, weil er wohl befürchtete, es könnten noch mehr Leute auftauchen.

Mein Mann und ich gingen zurück zu „unserem“ Studio, denn dort wartete schon unser Fahrer, der uns zum Flughafen bringen sollte. Ein großer neuer 5er BMW wartete auf uns und wir stiegen ein. Der Fahrer war wirklich lustig und erzählte uns von den „verrückten“ Stars, die er schon alle gefahren hatte.

Am Flugplatz in München angekommen, wartete er noch, bis wir eingecheckt hatten und verließ uns dann. Tja, am Flughafen mussten wir noch eine Weile warten, aber dann ging es wieder zurück nach Hamburg. Alles in Allem war es eine wunderschöne Reise, die wir wohl so schnell nicht vergessen werden.
Der Termin für die Ausstrahlung war Herbst 2004.

Ich wünsche Ihnen noch eine sehr schöne Zeit!

Herzlichste Grüße
Alexa Nietfeld

Alexa Nietfeld, Heilpraktikerin  | alexanietfeld@aol.com